Festanlage Spur 0

Konzept und Geschichte

Nachdem im Jahre 1963 beschlossen wurde, den Bau einer Modelleisenbahnanlage in Angriff zu nehmen, konnte bereits Mitte 1965 das heutige Lokal bezogen werden. Dieses befindet sich im Untergeschoss des damals neuen Schulhauses Hegifeld in Oberwinterthur.


Normalspur 0

Man einigte sich auf den Bau einer Anlage im Massstab 1:45, welche sowohl eine normalspurige Hauptbahn mit teilweiser Doppelspur als auch eine normal- und eine meterspurige Nebenbahn umfassen sollte. Um eine einfache Gleisbesetztmeldung zu ermöglichen, wird der Fahrstrom über einen Mittelleiter zugeführt. Die Bauarbeiten schritten so zügig voran, dass bereits 1968 die ersten Runden auf der Hauptstrecke gefahren werden konnten. Während die Gleisanlage weiter vervollständigt wurde, erhielt der Bogenviadukt seine heutige Verkleidung nach dem Vorbild des Rümlinger Viaduktes. Zudem wurden Häuser gebaut und die Landschaft nahm Gestalt an. Die provisorischen Stellpulte von 1976 und 1978 versehen heute noch klaglos ihren Dienst, während die ersten motorischen Eigenbau-Weichenantriebe 1994/95 durch neue Eigenbauten ersetzt wurden. Die Gleise sind seit 1977 eingeschottert, die Signale und Weichenlaternen stehen an ihrem Platz und die aufgestellten Fahrleitungsmasten müssen nicht mehr allzulange auf das Spannen des Fahrdrahts warten. Selbst wenn die Anlage auf den ersten Blick komplett scheint, gibt es noch viele Details zu ergänzen. Somit ist auch in Zukunft mit mancherlei Arbeit zu rechnen.
Üblicherweise fahren die Mitglieder mit ihrem eigenen Rollmaterial. Der Klub besitzt neben diversen gekauften Personen-, Post- und Güterwagen, einige Eigenbau-Güterwagen aus einem Baukurs sowie eine Re 6/6 von Hermann, eine Re4/4 II, eine BLS Ae4/4 und eine DB-218 von Rivarossi.


Schmalspur 0m

Ursprünglich war der Bau einer meterspurigen Nebenbahn geplant. Zum 25jährigen Bestehen des Klubs wurde ihm von den Frauen der Mitglieder eine Zugskomposition der Nenngrösse 0e (Märklin Minex) mit der Vorbildspurweite 760 mm geschenkt. Folglich baute man die vorgesehene Schmalspurbahn mit schmalerem Gleis auf und betrieb sie auch 18 Jahre. Doch die Vorbilder mit dieser extrem schmalen Spur sind in der Schweiz dünn gesät, und das Industriegleis (Märklin K) befriedigte neben dem Eigenbau der Normalspur nicht. So wurde beschlossen, die Schmalspurbahn in der Spurweite 0m völlig neu aufzubauen.
Der Klub besitzt drei Lokomotiven, sechs Personen- und zwei Güterwagen nach den Vorbildern FO und RhB (ehemals Fama/Utz/Roco).




Steuerung der Normalspur 0

Mit Ausnahme des Schattenbahnhofs und der Aufgleisanlage steht uns für die Bedienung der Stellwerke ein Originalstellpult der Firma Integra zur Verfügung. Beim Aufbau der eigentlichen Stellwerke, der hinter den Stellpulten stehenden Logik, endet jedoch der möglichst getreue Nachbau des Vorbilds. Aus zeitlichen, finanziellen und nicht zuletzt aus Platzgründen muss ein kleiner Steuercomputer die Hauptaufgabe übernehmen. Diese sogenannte speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) sorgt für das Stellen und Verriegeln der Weichen, das Stellen der Signale, das Versorgen der richtigen Gleise mit Fahrspannung und somit für sichere Zug- und Rangierfahrstrassen. Unzählige Relais versorgen die Weichenmotoren und die Signallampen mit der richtigen Spannung und bereiten die Informationen der Gleisbesetztmeldungen für das Stellpult und die SPS auf.
Fährt ein von Hand gesteuerter Zug auf ein Halt zeigendes Signal zu, so befindet sich hinter dem Signal ein genügend langer spannungsloser Abschnitt, welcher den Zug vor einem möglichen Zusammenstoss zum Halten bringt. Hat der Zug ordnungsgemäss vor dem Signal angehalten, so kann ein anderer den Abschnitt hinter diesem Signal befahren.



Eckdaten der Normalspur

Gleisnorm

NEM-Feinnorm (nie offiziell publiziert) / NMRA-Standard
Radabstand B = 28.8...29.0 mm

Fahrspannung

wahlweise Gleichspannung von maximal 20 V, Steuerspannung Life Steam oder konstante Wechselspannung von 18 V für digitale Mehrzugsteuerung (ATL)

Stromzuführung

Mittelleiter aus Neusilbernägeln in den Schwellen, verbunden durch ein Bronzeband im Gleisunterbau; in den Tunnels aus Neusilberschienen oder Messingdraht

Unterbau

In den Bahnhöfen Tischplatten auf soliden, zu einem Rost verschraubten Tischrahmen, auf der Strecke auf Spanten abgestützte massive Trassenbretter

Gleis

Gesamtlänge etwa 220 m: Eigenbau mit 3,5 mm hohen gezogenen Stahlschienen (Drahtwerke Biel) auf imprägnierten Holzschwellen (60 x 6 x 4 mm, 60 Stück je Gleismeter) und Unterlagsplättchen, mit je 3 Schienennägeln befestigt, in Kurven vorbildgetreu überhöht; Schattenbahnhof Material von Peco, Aufgleisanlage von Roco

grösste Steigung

27 ‰, kurzes Stück 40 ‰ (Aufgleisanlage 50 ‰)

kleinster Radius

190 cm

Weichen

33 einfache Weichen (Eigenbau)
2 Doppelkreuzungsweichen (Eigenbau)
8 einfache Weichen (Schattenbahnhof: Peco, Aufgleisanlage: Roco)
motorische Antriebe: Eigenbau, Old Pullman und Böhler

Drehscheibe

1 Eigenbau mit elektrischem Antrieb

Signale

1 Eigenbau mit elektrischem Antrieb

Bahnhöfe

27 Tageslichtsignale (Nemec)
4 Formsignale (Nemec-Bausätze)
2 Sperrsignale (Eigenbau)
21 Zwergsignale (Eigenbau)
Hegifelden, Irgendhausen und Schattenbahnhof

Stellwerk

49 Zugfahrstrassen
92 Rangierfahrstrassen
98 Gleisstromkreise/Isolierungen
10 Blockabschnitte

Fahrleitung

114 Einzelmasten (Eigenbau)
39 Tragwerke (Eigenbau)
In den Tunnels zusätzlich Masten aus Holz resp. Gewindestangen mit Holzauslegern und Fahrleitung aus Neusilberschienen oder Messingdraht

Eckdaten der Schmalspur

Gleisnorm

Ferro-Suisse / NEM

Fahrspannung

wahlweise Gleichspannung von maximal 16 V

Stromzuführung

2-Leiter-System

Gleis

40 m, Eigenbau wie Nenngrösse 0, jedoch brüniertes

grösste Steigung

35 ‰

kleinster Radius

90 cm

Weichen

14 einfache Weichen (Singer-Bausätze), davon 2 Bogenweichen, mit Haase-Antrieben

Bahnhöfe

Hegifelden, Irgendhausen und Käferberg

Stellwerk

einfache Ausführung; Hegifelden ist von Käferberg aus fernsteuerbar; Irgendhausen ist unbesetzt und von beiden Endbahnhöfen aus fernsteurbar

Fahrleitung

114 Einzelmasten (Eigenbau)
39 Tragwerke (Eigenbau)
In den Tunnels zusätzlich Masten aus Holz resp. Gewindestangen mit Holzauslegern und Fahrleitung aus Neusilberschienen oder Messingdraht

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