Festanlage Spur H0

Konzept und Geschichte

Die WEA waren seit ihrer Gründung ein eingefleischter "Nuller"-Klub. Der Modellbau jener Jahre basierte zum grössten Teil auf dem Selbstbau von Fahrzeugen, und dazu eignete sich eben die Nenngrösse 0 am besten. Doch nach dem Krieg nahm die Nenngrösse H0 ihren Aufschwung und es gab immer mehr Anhänger dieser kleineren, aber immer noch handlichen Baugrösse. Der Wunsch, eine Modellbahnanlage in H0 zu bauen, wurde bei den Mitgliedern der WEA immer grösser, es fehlte aber an geeigneten Räumlichkeiten. Schliesslich wurde der zweite Kellerraum unter der Turnhalle frei und so konnte am 29. April 1982 vom Schulamt die Bewilligung entgegengenommen werden, das zweite Lokal als Bastel- und Modellraum benützen zu können.
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Im Laufe des Jahres 1982 wurde eine Arbeitsgruppe 'H0-Anlage' gebildet und mit der Aufgabe betraut, die Gestaltung des neuen Anlagelokals zu planen. Im Herbst 1983 wurde ein Pflichtenheft für eine künftige H0-Anlage erstellt, auf Grund dessen anschliessend das Projekt unter den Mitgliedern ausgeschrieben wurde. An der Generalversammlung von 1984 wurde das heute Konzept aus mehreren ausgewählt. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einer Doppelspurstrecke mit zwei je an den Längsseiten liegenden, etwa 8 bis 9 Meter langen Paradestrecken, einem Durchgangsbahnhof mit mehreren Gleisen und einer Depotanlage mit Drehscheibe sowie einem Schattenbahnhof mit je vier Abstellmöglichkeiten für ganze Züge in jeder Fahrrichtung. Vom Durchgangsbahnhof zweigt eine normalspurige Stichbahn zu einem oberen Kopfbahnhof ab. Die Schmalspurstrecke verläuft völlig unabhängig von der Normalspur, benützt aber logischerweise die beiden Bahnhöfe mit. Eine Schmalspur-Stichbahn führt zur obersten Station Hegiberg.
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Im Frühling 1984 wurde eine Konstruktionsgruppe gebildet mit dem Ziel, das von der GV 1984 gewählte Projekt zu verwirklichen. Nach etlichen Sitzungen dieser Konstruktionsgruppe wurde im Winter 1984/85 der Bau an der H0-Anlage begonnen. Im Jahr 1985 wurde im Wesentlichen der Grundrahmen in der offenen Rahmenbauweise erstellt. 1986 verlegte man die Trasseebretter und die Grundplatten für die Schattenbahnhöfe. 1987/88 wurde mit dem Verlegen der Weichenstrassen und der Gleise in den Schattenbahnhöfen H0 und H0m begonnen. Das Verlegen der Streckengleise wurde in etwas aufwendiger, aber punkto Kurvenüberhöhung optimaler Art durchgeführt, wie sie vom Luzerner Klub EMBL an verschiedenen Modellbautagen im Verkehrshaus Luzern gezeigt worden ist. Am Tag der offenen Tür am 17. Dezember 1988 konnte gemäss Jahresbericht des Anlagechefs erstmals die ganze Doppelspurstrecke befahren werden.

Steuerung

Bis anfangs des 21. Jahrhunderts wurde unsere Modellbahn durch ein „Providurium“ gesteuert. Mit wenigen Schaltern und einer Hand voll Transformatoren leiteten 3-6 Personen den Anlagenbetrieb auf der Normal- und Schmalspur.
Eine erste einfache Steuerung wurde auf der Schmalspurbahn implementiert. Eine professionelle Verdrahtung von Stellpulten und Relais erlaubt bis heute einen Halb-Automatisierten Betrieb. Einfache Elektronik-Komponenten für Signale, eine einfache Relais-Logik und die Regler der Firma „Heisswolf“ erlauben heute eine komfortables „Bähnle“. Mit den Reglern ist es jeder Zeit möglich direkten Einfluss auf die Züge zu haben. Fortgeschrittene Betriebsleiter bedienen die Anlage im Einmann-Betrieb. Es ist jedoch möglich mit bis zu drei Personen einen attraktiven Bahnbetrieb zu gestalten.

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An der Generalversammlung im Jahre 2009 wurde entschieden für die Normalspur die Modellbahnsteuerung von Gahler & Ringstmeier zu verwenden. Die Stichstrecke zur Station Töss wurde als Versuchsobjekt genehmigt und innerhalb eines Jahres war diese auf die neue Steuerung umgebaut worden.
Am Fahrtag Ende Dezember 2009 (siehe Video) wurde die Stichbahn bereits mit der neuen G+R-Steuerung betrieben.


Nach der grossen Ausstellung über Auffahrt anno 2010 wurde noch am selben Abend des Fahrbetriebes mit dem Komplettumbau begonnen. Unter dem Motto „Tabula rasa“ wurden alle Kabel entfernt und die neue Steuerung eingebaut. Just zwei Jahre später war der Grossumbau fertig gestellt. Heute zählt die Anlage rund 100 Blockabschnitte und die Steuerung übernimmt den Grossteil des Betriebes. Automatisiert funktionieren Schattenbahnhof und die unterirdischen „Metro“-Stationen. Ein kompletter Automatik-Betrieb wurde implementiert, damit bei Personalknappheit immer noch Hochbetrieb herrscht. Manuell lässt sich ebenfalls fahren. Bis zu 3 Personen leiten unter Aufsicht des „Operators“ den Bahnbetrieb, machen Rangierfahrten, Zugsumstellungen und gewähren Anschluss für die umsteigenden Passagiere.
In einem weiteren Schritt werden nun Signale aufgebaut und die Fahrpulte verfeinert.


Modellbau

Die Anlage ist bespickt mit Zahlreichen Schätzen der Modellbaukunst. Einige davon sollen hier geehrt und beschrieben werden. Um einen Besucht bei uns kommt man aber nicht herum, wenn man sich die Schmuckstücke genauer ansehen will.

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Bahnhof Hegifeld

Seit dem Dezember 2012 ist im Bahnhof Hegifeld sehr viel Leben eingekehrt. Ein neues Bahnhofsgebäude, neue Mittelperrons mit Beleuchtung, eine Umspuranlage, sogar Photographen blitzen fleissig die sehenswerten Zugskompositionen.
Der Bau des Bahnhofgebäudes entstand aus der Grundidee, das Bahnhofsgebäude von Frauenfeld als Nachbau zu realisieren.

Beim Studium der alten Pläne stellte sich heraus, dass es im Laufe der Jahre verschiedene Varianten gab. Deshalb wurde das Gebäude in ähnlichem Stil entworfen. Aus 3mm Sperrholz, Karton, Holzkarton, Fensterstürze aus dem Handel und andern Baustoffen entstand ein Fantasiebahnhof mit Namen 'Hegifeld'.

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Der Boden ist aus einem Sperrholzgerippe mit 2mm Furnier als gebogene Rampe von 6 (Strasse)auf 11m (Gleishöhe). Das Gebäude ist im Rahmen versenkt, um möglichst optimal Übergänge vom Boden zum Gebäude zu erhalten und dieses notfalls abgehoben werden kann.
Ein kompletter Innenausbau mit Schalterhalle, Wartehalle, Büros, Verkehrsleitung und Reisebüro. Eine Dame steigt 'SUVA-gerecht' auf einem Bürostuhl um Ordner aus dem Regal zu nehmen. Ein Snackstand bietet Verpflegung an. Bahnhofsuhr, Fahrpläne und natürlich alle Bahnsteig und Ausgangsbezeichnungen sind vorhanden. Über eine Innentreppe winkt ein Bahnarbeiter seiner Tochter auf dem obersten Tritt. 2 Wohnungen bilden den das OG. Mit Wohnzimmer, Küche, WC/Bad und Büro. Im Schlafzimmer ist ein Paar bereit für die Nacht. Das Himmelbett lädt zum Schlafe.

Eine raffinierte Elektroniksteuerung lässt Licht in Wohnzimmer und Küche erstrahlen. Der Fernseher flackert. Plötzlich geht das Licht im Korridor, danach in der Toilette kurz an. Später wird der Korridor erneut erleuchtet, das Licht im Wohnraum und der Fernseher erlöschen. Das Bad erhellt für die Reinigung. Das Bad erlischt, Korridor und Schlafgemach werden hell. Danach ist Schlafzeit und im ersten Stock dunkel. Das Gebäude und die Umgebung sind mit über 60 LEDs und Leuchtbändern ausgestattet, so dass ein realistisches Nachbild am Bahnhof entsteht. Das Perronlicht flackert, bevor es auf volle Beleuchtung geht – wie im realen Leben.

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Die Überdachung des Bahnstieges und des Busbahnhofs ist aus feinen Metallprofilen gefertigt. Ein Glasdach erlaubt den Durchblick für viele kleine Details. Auch der nebenstehende Kiosk hat Details wie Zeitschriften, Getränke usw. Käufer nutzen das grosse Angebot. Eine Dame versucht einen Paletten Rolli in die Anlieferung zu schieben. Daneben warte ein Mann auf seine Frau, die sich im Prontomaten Modell sitzt für Ihr Passfoto. Eine Zugsbegleiterin fertigt eben einen Zug ab und gibt den Fahrbefehl. Passagiere überqueren den Bushalt um in die Stadt zu gelangen. Ein Eisverkäufer wird im Winter mit einem Maroni Verkäufer getauscht. Ein Hund wartet auf seinen Herrn, der aus der Unterführung aufsteigt. Eine Frau eilt an den Billettschalter und parkiert ihr Rad an die Mauer mit dem Veloabstellverbot.

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So ist im und um den Bahnhof viel Leben und Betrieb und viel Interessantes zu finden. Sei es die Telefonkabine, die Zeitungsboxen, der Getränke- oder die Billettautomaten. Ein unterirdisches Netz an beleuchteten Durchgängen zu den Perrons zur RhB und zum Fussgänger- und Radweg. Auch auf den Perrons hat es ganz besondere Leckerbissen und einen grossen Gag.

Schauen Sie es sich persönlich an. Die Besucher erfreuen sich immer sehr an den vielen Effekte

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Bahnhof Töss

Auf unserer Anlage fungiert der Bahnhof Töss als Umsteigebahnhof von der Endstation der Normalspur auf die Schmalspurbahn. Der Bahnhof Töss ist Ausgangspunkt zu einer Wanderung hinauf zur Burgruine "Alt Wülflingen" oder bietet Bahnanschluss Richtung Hegiberg oder Hegifeld. Das Gebäude entspricht exakt jenem, welches an der Station Winterthur Töss steht. Sogar das kleine WC-Nebengäude ist original getreu nach gebaut.

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Eckdaten der Normalspur

Gleis

250 bis 300m Flexgleis (Peco)

Grösste Steigung

20‰

Engster Radius

100cm

Grösste Überhöhung

1.5mm

Weichen

62 Weichen Shinohara
4 Doppelkreuzungsweichen (Eigenbau)
2 Doppelte Gleiswechsel "Hosenträger" (Eigenbau)
Antrieb: Servo-Motoren

Drehscheibe

2 Drehscheiben (Eigenbau)

Bahnhöfe

Hauptbahnhof: Hegifeld (8-gleisig)
Nebenbahnhöfe: Töss (3-gleisig), Unterthur (2-gleisig)
Schattenbahnhof, (10-gleisig)

Eckdaten der Schmalspur

Gleis

100 bis 120m Flexgleis (Bemo)

Grösste Steigung

35‰

Engster Radius

50cm

Grösste Überhöhung

1.5mm

Weichen

34 Weichen (Bemo)
Antrieb: Servo-Motoren

Drehscheibe

1 Drehscheibe (Eigenbau)

Bahnhöfe

Hauptbahnhöfe: Hegifeld (2-gleisig), Töss (3-gleisig)
Nebenbahnhöfe: Hegiberg (3-gleisig)
Schattenbahnhof, (4-gleisig)

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